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Nachrichten aus Greifensee vom 13. Februar 2020


Grossartiges Chränzli wurde seinem Ruf einmal mehr gerecht

 

Sieben Stimmen und ein Talent mehr


(pw) Am letzten Wochenende, von Freitag bis Sonntag, fand das begehrte Chränzli
im Schulhaus Singvogel statt. Der Gemischte Chor und die Theatergruppe boten mitOhrwürmern und mit dem Schwank «Zvil verdäächtigi Lüüt» ein wahrlich heiteresFest. Kein Wunder, ist das Chränzli immer wieder ausgebucht.

   

Nänikerinnen und Näniker kennen das Chränzli und seine Beliebtheit. Sie wissen auch, dass man dafür früh aufstehen muss. Denn der Vorverkauf startet an einem bestimmten Tag wenige Wochen zuvor. Er geht dann um 9 Uhr los. Wer auf Nummer sicher gehen will, steht schon um 5 Uhr dort und vergnügt sich halt ein paar Stunden mit einem Schwätzchen hier und da. Wie gesagt: Nänikerinnen und Näniker wissen das. Dieser Artikel ist nun aber von einer Greifenseerin geschrieben, die zum ersten Mal dabei war. Am Samstagabend. Und nur staunte ...

Speis und Trank

Beim Eingang präsentierte sich gleich der überaus reichhaltige Tombola-Tisch. Unglaublich, was da alles an Gesponsertem zusammengekommen war. Als Nächstes ging der Blick zum vollen Saal. Klar, ausgebucht! Und weiter zum Menü des Abends: Das Trio «Schweinsbraten, Kartoffelgratin und grüne Bohnen». Es schmeckte sehr gut. Aber die Hauptattraktion – Liederkonzert und Theateraufführung – folgten ja erst noch. Die Vorfreude darauf war im Saal förmlich zu spüren.

Kein Stück ohne Anekdote

Und schon begrüsste OK-Präsident Heinz Denzler die 200 Zuschauerinnen und Zuschauer und kündigte den Auftritt des Gemischten Chors an, bestehend aus 28 Sängerinnen und Sängern. Seit dem letzten Chränzli sind sieben Frauenstimmen hinzugekommen, wie er erfreut berichten durfte. Für den Chor ist der Auftritt beim Chränzli die einzige Aufführung. Die Proben dafür starten jeweils im September. Der zweite Anlass ist die Vereinsreise, die letztes Jahr ins schöne Berner Oberland führte. Es ist anzunehmen und zu hoffen, dass unterwegs doch auch das eine und andere fröhliche Lied zum Besten gegeben wird.

Die Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Konrad Weiss präsentierten Ohrwürmer wie «Über den Wolken» und «Ein bisschen Frieden» und schufen so die Basis für einen richtig gelungenen Abend. Therese Bachmann stellte die Stücke vor und wusste jedes in eine amüsante Anekdote zu verpacken. So erfuhr das Publikum zum Beispiel, dass der «Kafi mit Schnaps» Anfang 18. Jahrhundert entstanden war, als der durchschnittliche Schnapskonsum in der ländlichen Schweiz bei 13 Liter im Jahr war. Wegen des darauf verhängten Alkoholverbots begannen die Bauern, den Schnaps mit Kaffee zu tarnen.

Ein Mord, viele Verdächtige

Nach der Pause öffnete sich der Vorhang für den vom Publikum mit Vorfreude erwarteten lustigen Schwank «Zvil verdäächtigi Lüüt», einstudiert von René Krayss. Eine Figur nach der anderen präsentierte sich erstmals dem Publikum und wurde mit Applaus und Lachen begrüsst. Schliesslich sind alle Schauspielerinnen und Schauspieler im Dorf bestens bekannte Persönlichkeiten, die jedes Jahr in einer anderen Rolle auf der Bühne stehen.

Das Stück ist schnell erzählt: Im Hotel «Stachel», geführt von Karl Stachel und seiner Freundin Nelli Dorn, geschieht ein Mord. Herr Metzger, der einen Aktenkoffer voll Geld hatte, wird erschlagen. Die Tatwaffe ist eine gefrorene Schinkenkeule – später ungeschickterweise gegessen von Kommissar Paul Brüller und seinem Assistenten Detlef Raffer.

Dabei sollten Brüller und Raffer doch den Mord aufklären, was sich als nicht ganz einfach erweist. Denn: Es hat zu viele verdächtige Leute in diesem Hotel, angefangen beim Wirte-Ehepaar und dem Zimmermädchen Maia mit seiner Mausphobie. Dann scheinen aber auch die Ehefrau des Ermordeten sowie seine Geliebte und schlussendlich auch noch der Gast Reto Krauer und die Diebin Sara Pech verdächtig.

Die Theatergruppe spielte gewohnt souverän, eintrainiert seit vielen Jahren und mit beeindruckenden Stimmen. Der Lohn des Publikums war ein Lacher nach dem anderen – und viel Applaus. Nach den Sommerferien beginnen die Laienschauspielerinnen und -schauspieler jeweils mit den Proben. «Das ist eine super Truppe», musste sich der jüngste Zugang gesagt haben: Katrin Lamprecht stand zum ersten Mal mit auf der Bühne und bot als Diebin gleich eine gute Leistung. Ein schöner Zufall, dass der Samstag ihr Geburtstag war. Der Saal schenkte ihr ein berührendes «Happy Birthday».

Viel Arbeit, viel Spass

Selbstverständlich war der Abend nach dem Schauspiel nicht fertig. Doch die Schreiberin aus Greifensee musste nach Hause, mit neuen Eindrücken und vielen Fotos im Gepäck.

Barbetrieb und Tanzmusik dauerten bis in den frühen Morgen. Und am Sonntag folgte das Familienprogramm nochmals mit Chor und Theater. So geht ein weiteres, erfolgreiches Chränzli in die Geschichte ein. Viel verdankenswerte Arbeit, viel Vorbereitung und viel Engagement stecken dahinter. Das Resultat ist ein gelungenes Fest, das allen Beteiligten Spass macht und auf das die Nänikerinnen und Näniker sich jeweils zu Recht freuen.

 


Samstagabend: Das Chränzli erfreut sich – zu Recht –
einer ungebrochenen Beliebtheit. (pw)
   
Der Gemischte Chor sorgt für einen stimmungsvollen
Start im Singvogel-Schulhaus.
     

Kommissar Brüller brüllt: «Es sind einfach zu viele
Verdächtige in diesem Hotel!»
   
Geliebte auf Ehefrau auf Hotelier: Alle wollen sie den
Koffer des ermordeten Herr Metzger.

 

 

Infos

Presse

Ausblick: Chränzli Temine 2021

Fr.  12.02.2021  20:00 - 02:00  Theateraufführung  Eintrag in meine Agenda kopieren
Sa. 13.02.2021  20:00 - 03:00 Abendunterhaltung  Eintrag in meine Agenda kopieren
So. 14.02.2021  13:30 - 18:00 Familiennachmittag  Eintrag in meine Agenda kopieren